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Jenseits der Maß: Adrenalin, Nostalgie und Kulinarik
Erlebe die Action auf dem Oktoberfest! Von der Achterbahn Olympia Looping über das legendäre Teufelsrad bis hin zu gebrannten Mandeln. Entdecke Insider-Tipps zu Fahrgeschäften, der Oidn Wiesn und den besten Street-Food-Snacks.
Liam Brömer
2/18/20264 min lesen


Wer glaubt, das Oktoberfest spiele sich nur hinter den schweren Holztüren der Festzelte ab, verpasst die Hälfte der Magie. Sobald man die Wirtsbudenstraße verlässt, betritt man eine Welt aus blinkenden Lichtern, dem Duft von gebrannten Mandeln und einer physikalischen Unmöglichkeit nach der anderen. Die Wiesn ist nämlich nicht nur ein Bierfest, sondern einer der größten und technisch versiertesten Jahrmärkte der Welt. Schnallen Sie sich an – es wird rasant, kurios und typisch bayerisch.
Fahrgeschäfte: Wo die Schwerkraft Pause macht
Für Adrenalinjunkies ist die Schaustellerstraße eine Art Wallfahrtsort. Hier stehen Fahrgeschäfte, die so gewaltig sind, dass sie eine eigene Stromversorgung benötigen, die eine Kleinstadt versorgen könnte.
Der unangefochtene König ist der Olympia Looping. Mit seinen fünf Ringen, die an das olympische Symbol erinnern, ist er die größte transportable Achterbahn der Welt. Wer hier einsteigt, sollte ein gesundes Vertrauen in die deutsche Ingenieurskunst und einen stabilen Magen mitbringen. Die G-Kräfte drücken einen so fest in den Sitz, dass man kurzzeitig vergisst, ob man gerade „Prost“ oder „Hilfe“ rufen wollte.
Wer es lieber schwindelerregend hoch mag, steuert das Riesenrad an. Es ist die Antithese zum Looping: langsam, majestätisch und perfekt für das erste Date oder das ultimative Selfie. Von oben hat man den besten Blick über das Zelte-Meer bis hin zu den Alpen.
Für den freien Fall gibt es verschiedene Türme, die einen aus über 80 Metern in die Tiefe stürzen lassen. Der Moment, in dem oben die Klinke ausrastet, ist der ehrlichste Moment der gesamten Wiesn – hier schreit jeder gleich laut, egal ob im Designer-Dirndl oder in der Hirschledernen.
Das bayerische Kolosseum: Das Teufelsrad
Wenn es ein Fahrgeschäft gibt, das den bayerischen Humor perfekt zusammenfasst, dann ist es das Teufelsrad. Es gibt keine Loopings, keine Laser und keine Computeranimationen. Es gibt nur eine rotierende Holzscheibe und einen Rekommandeur (den Sprecher), der humorvoll kommentiert.
Das Prinzip ist simpel: Eine Gruppe Freiwilliger setzt oder legt sich auf die Scheibe. Diese beginnt sich zu drehen. Durch die Fliehkraft verlieren die Teilnehmer nach und nach den Halt und werden nach draußen befördert. Wer am längsten in der Mitte bleibt, gewinnt. Die Zuschauer amüsieren sich und zahlen dafür sogar Eintritt.
Wird es den letzten Teilnehmern zu einfach, kommen Hilfsmittel zum Einsatz: Ein schwerer, an einem Seil hängender Boxsack wird ins Spiel gebracht, um die Verbliebenen sanft von der Scheibe zu kegeln. Ein Besuch im Teufelsrad ist Pflicht, denn nirgendwo sonst ist der Übergang zwischen Schadenfreude und Bewunderung so fließend.
Kuriositäten und Legenden: Schichtl & Co.
Nur ein paar Schritte weiter wartet das nächste Unikat: Auf geht’s beim Schichtl! Seit 1869 gehört dieses Varieté-Theater zum Oktoberfest wie der Schaum aufs Bier. Der „Schichtl“ ist berühmt für seine „Enthauptung einer lebendigen Person mittels Guillotine“. Es ist eine skurrile Mischung aus Zaubertrick, Volkstheater und bayerischem Slapstick. Wer hier als Freiwilliger auf die Bühne geht, braucht ein dickes Fell, denn der Scharfrichter und sein Gehilfe sparen nicht an derben Sprüchen. Es ist herrlich unkorrekt, wunderbar altmodisch und ein absolutes Muss für jeden, der das „alte München“ sucht.
Wer nach der Enthauptung eine physische Herausforderung braucht, geht zum Toboggan. Diese riesige Holzrutsche von 1906 ist ein weiteres Highlight für Zuschauer. Bevor man rutschen darf, muss man ein schnell laufendes Förderband bezwingen, um nach oben zu kommen. Da die meisten Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt bereits mindestens eine Maß Bier intus haben, gleicht der Aufstieg oft einem Slapstick-Film von Charlie Chaplin. Die Zuschauer unten johlen bei jedem Fehltritt – und man selbst lacht am Ende am lautesten, wenn man endlich oben angekommen ist.
Die Oide Wiesn: Nostalgie pur
Für alle, denen der moderne Trubel zu laut ist, ist die Oide Wiesn (die „Alte Wiesn“) am Südende des Geländes das Paradies. Hier scheint die Zeit um 1920 stehengeblieben zu sein.
Die Fahrgeschäfte: Hier fährt man im „Kettenflieger“ von anno dazumal oder in der „Krinoline“, einem Rundfahrgeschäft, bei dem eine echte Blaskapelle direkt neben den Fahrgästen spielt.
Der Preis: Ein riesiger Pluspunkt – viele Fahrten kosten hier nur 1,50 Euro.
Die Atmosphäre: Es gibt Steckerlfisch, Volkstanz und eine familäre Gemütlichkeit, noch herzlicher als auf der normalen Wiesn
Kulinarik - Mehr als nur Brezn
Man muss kein Zelt betreten, um auf der Wiesn satt zu werden. Die „Straßen-Kulinarik“ ist eine Kunstform für sich.
Die Fischsemmel: Der Klassiker für zwischendurch. Ob Bismarckhering oder Backfisch – es ist die perfekte Erfrischung zwischen den Fahrgeschäften.
Gebrannte Mandeln: Folgen Sie einfach Ihrer Nase. Es gibt sie in Geschmacksrichtungen wie „Baileys“, „Chili“ oder ganz klassisch mit Zucker.
Schoko-Frucht-Spieße: Ein Muss für die Süßen unter uns. Ein Tipp: Die dunkle Schokolade überlebt die Sonne meist besser als die weiße.
Insider-Tipps für den perfekten Rundgang
Der Dienstag ist Familientag: Bis 19 Uhr gibt es bei fast allen Schaustellern und Imbissständen satte Rabatte. Ideal, wenn man mit Kindern unterwegs ist oder das Budget im Auge behalten muss.
Die „Mittagswiesn“: Unter der Woche zwischen 12 und 15 Uhr ist es draußen am entspanntesten. Keine Warteschlangen am Toboggan und man bekommt im Vorbeigehen überall einen Platz zum Essen.
Das Oktoberfest draußen ist ein Fest der Sinne. Es ist laut, es ist bunt, ein bisschen verrückt – aber genau das macht es aus. Während drinnen im Zelt die Welt im Takt der Blaskapelle schunkelt, dreht sie sich draußen ein kleines bisschen schneller. Und wer einmal auf dem Teufelsrad gegen die Physik gekämpft oder beim Schichtl seinen Kopf „verloren“ hat, der weiß: Das wahre Oktoberfest findet zwischen den Zelten statt.
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